
Wohnungsnot in München - Hochhäuser als Zukunft für München?
Die Bevölkerung in München wächst stetig – Wohnraum wird jedoch immer knapper. Nun äußern sich Politiker und Architekten, wie das Problem der Wohnungsknappheit gelöst werden kann.
Werden Hochhäuser die Zukunft Münchens sein?
In diesem Punkt sind sich Politiker der SPD und der Grünen sowie die Architekten einig – München soll nicht hauptsächlich mit Hochhäusern bebaut werden. Bürgermeister Josef Schmid betont zudem, dass Wohnviertel mit Einfamilienhäusern und Gärten gefördert und erhalten werden sollen. Hochhäuser seien zu kostspielig – dafür würden die Investoren fehlen. Daher sollen Flächen, die durch oberirdische Parkplätze oder Supermärkte belegt sind, anders genutzt werden. Gebäudekomplexe mit Supermärkten, Arztpraxen und Tiefgaragen sollen zunächst für mehr freie Fläche sorgen.
Vor allem in der Münchner Altstadt sei kein Platz für größere Wohnhäuser, sie würden das markante Stadtbild zerstören. Man müsse sich genau überlegen, wo Hochhäuser in München richtig wären, so Matthias Pfeil, General-Konservator des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege. Gebäude mit vielen Stockwerken seien außerdem nicht familienfreundlich und kämen auch für Paul Bickelbacher, ehrenamtlicher Stadtrat der Landeshauptstadt, nicht in Frage. Es müsse mehr Wohnraum zu erschwinglichen Preisen entstehen.
Daher schlägt Bickelbacher vor, weitere Stockwerke auf bereits bestehende Wohnhäuser zu bauen. Des Weiteren sollten Innenstadt-Randquartiere, also Stadtviertel wie Haidhausen und die Isarvorstadt, am Stadtrand nachgebaut werden. Eine Mischung aus Wohnen, Arbeiten und Einkaufen sei eine Lösung des Wohnungsproblems. Der Stadtrat schlägt außerdem vor, die freien Flächen der Dächer zu nutzen. Hier könnten beispielsweise Dachgärten entstehen und das Stadtleben urbaner gestalten.
Auch wenn die Wohnungsnot noch nicht gelöst ist, in einem sind sich Politiker und Architekten einig: Hochhäuser sollen Ausnahmen bleiben und nicht zur Standardlösung werden.
Zurzeit findet die Ausstellung „Freiräume 2030“ in München statt. Sie beschäftigt sich mit der Entwicklung der freien Flächen in München. Fragen wie „Wie können die bisherigen Freiräume erhalten bleiben?“ und „Wie können neue Flächen geschaffen werden?“, werden dabei aufgegriffen. Es soll bis 2030 ein Ausgleich zwischen der wachsenden Stadt, der schrumpfenden Fläche und den Erholunsmöglichkeiten gefunden werden. Dachgärten, Fußballplätze auf dem Dach oder Parkplätze in Tiefgaragen sind Lösungsansätze für die Stadt. Ein besonderes Anliegen für Oberbürgermeister Dieter Reiter ist der Max-Joseph-Platz. Nach seinem Wunsch soll hier ein italienischer Platz und damit auch ein weiterer Erholungsort entstehen. Im Rahmen der Ausstellung werden Diskussionsrunden und themenbezogene Führungen angeboten.
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