
Poing/Pliening Zusammenhang zwischen Erdbeben und Geothermie möglich?
Poing/Pliening: Zwischen dem jüngsten Erdbeben in den oberbayerischen Nachbargemeinden Pliening und Poing (Landkreis Ebersberg) und der dortigen Geothermieanlage ist nach Expertenmeinung ein Zusammenhang möglich.
«Es ist ein bisschen wahrscheinlich», sagte Joachim Wassermann vom Erdbebendienst Bayern der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) am Montag. Wassermann leitet die Abteilung Seismologie des Geophysikalischen Observatoriums in Fürstenfeldbruck.
Das Erdbeben hatte sich am Samstagabend mit einem lauten Knall angekündigt, wie der Poinger Polizeichef Helmut Hintereder sagte. Den Knall hätten auch seine Beamten gehört. Danach gingen zahlreiche besorgte Anrufe ein. Bürger berichteten von sekundenlangem Wackeln der Wände. Eine Hausbesitzerin meldete gar zwei leichte Risse in einer Mauer im Dachgeschoss ihres Anwesens. «Es wurde aber niemand verletzt», bilanzierte Hintereder.
Nach den Aufzeichnungen des Erdbebendienstes ereignete sich das Beben der Magnitude 2,0 am Samstag um 19.20 Uhr. Das Zentrum lag in der Gemeinde Pliening. Die Magnitude ist das logarithmische Maß für die seismische Energie eines Erdbebens. Zum Vergleich: Das Erdbeben vom vergangenen Donnerstag in Mexiko hatte die Magnitude 8,2. Bereits im Dezember 2016 hatte die Erde in Poing leicht gebebt. In der Gemeinde deckt seit Dezember 2012 eine Geothermieanlage rund 70 Prozent des Wärmebedarfs. Aus mehreren Kilometern Tiefe wird dazu heißes Wasser an die Oberfläche gepumpt.
dpa