Keine Angst vorm Krampus - München coacht Kinder zu Brauchtumsschreck

Der Nikolaus mit dem dicken Sündenbuch hat Generationen von Kindern Angst eingejagt. Nun können die Kleinen in einer Mitmach-Werkstatt auf dem Münchner Christkindlmarkt das Brauchtum kennen lernen, um die Angst zu verlieren.

 

 

München – Wie viel schlimmer könnten die Krampusse die Kleinen schrecken – schließlich sind die dunklen Gestalten mit ihren zotteligen Fellgewändern, Hörnern und Holzmasken grausig anzusehen. In einer Mitmach-Werkstatt können die Kleinen auf dem Münchner Christkindlmarkt nun das Brauchtum kennenlernen und sollen so die Angst verlieren.

 

Sie dürfen Fellgewänder und Masken anfassen und bekommen den Hintergrund des Brauchs erklärt, wie die Stadt am Donnerstag mitteilte. Damit sollen sie gewappnet sein für die Krampusläufe, bei denen die archaischen Gestalten vor Weihnachten in München und andernorts unterwegs sind.

 

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Der wilde Krampus als eine Art böser Knecht Ruprecht begleitet etwa seit dem 15. Jahrhundert den Nikolaus, trägt dessen Sack und lehrt den ungehorsamen Nachwuchs das Fürchten – bis der gütige Nikolaus Einhalt gebietet. Die Angst vor der Gestalt ist gar nicht so abwegig: Früher wurden die Kleinen schon mal leibhaftig in den Sack gesteckt und hinaus ins nächtliche Schneetreiben geschleppt.

 

Mancher, so heißt es jedenfalls, sei tatsächlich durch die brutalen Bräuche traumatisiert worden. Der Brauch lebte in den vergangenen Jahren im Alpenraum wieder auf. Hunderte Krampus-Gruppen gibt es nach Schätzungen in Bayern, Österreich und Südtirol.

 

dpa

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