Rottach Egern Strassen-Krater nach Geothermiebohrung — © Foto: Ingrid Finger
Foto: Ingrid Finger

Fahrbahn sackt bei Erdwärmebohrung ab - Häuser evakuiert

Rottach-Egern – Bei einer Erdwärmebohrung ist in Rottach-Egern am Tegernsee eine Straße an die zwei Meter abgesackt. Auch Häuser mussten evakuiert werden. Zwischenzeitlich konnten die Bewohner nun wieder zurückkehren.

 

Mitarbeiter einer Geothermiefirma hatten eine Wasserblase angestoßen, wie Birger Nemitz vom Landratsamt Miesbach am Mittwoch mitteilte. „Dadurch gab das Erdreich nach“, erläuterte er zu dem Vorfall vom Dienstagnachmittag. Eine Straße, die von der durch den Kurort führenden Bundesstraße 307 abzweigt, sackte teilweise ab, die Teerdecke zerriss mit einem Durchmesser von etwa 20 Metern. Die Straße wird nun mehrere Wochen nicht mehr befahrbar sein. Die Sperrung werde im Unglücksbereich längere Zeit andauern, sagte Gemeindesprecher Gerhard Hofmann am Donnerstag.

 

Nach den Angaben des Behördensprechers wurden mehrere Häuser rund um die Unglücksstelle evakuiert. Ein angrenzender Drogeriemarkt wurde geschlossen. Die Bewohner kamen bei Verwandten oder Freunden unter, ein Anwohner wurde in einem Hotel einquartiert. Rottach-Egerns Bürgermeister Christian Köck (CSU) sprach von einer reinen Vorsichtsmaßnahme.

Bewohner dürfen in Häuser zurück

 

Die Bewohner angrenzender Häuser durften mittlerweile wieder  in ihre Räume zurückkehren, wie es weiter hieß. Auch ein vorsorglich gesperrter Drogeriemarkt darf wieder betreten werden. Allerdings gebe es Einschränkungen bei den Parkplätzen. Noch vor dem Winter will die Gemeinde die Straße provisorisch herrichten. Zu der mehrere Hunderttausend Euro teuren Komplettsanierung werde es aber vermutlich erst im neuen Jahr kommen, so Hofmann. Das Geld dafür will sich die Gemeinde beim Bauherrn holen, der die Geothermiebohrung veranlasst hatte. Sollten auch Häuser in ihrer Statik beschädigt worden sein, könne sich die Schadenshöhe auf mehrere Millionen Euro summieren, erläuterte der Sprecher.

 

 

Rottach Egern Strassen-Krater nach Geothermiebohrung, © Foto: Ingrid Finger

 

(dpa/lby)

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