
Bayerns Agrarministerin Kaniber warnt vor neuer Milchkrise
Ohne neue Absprachen und Verträge zwischen Molkereien und Landwirten bleibt nach Ansicht von Bayerns neuer Agrarministerin Michaela Kaniber die Gefahr einer neuen Milchkrise hoch. „Nur über konkrete Mengenvereinbarungen können wir das Problem eines zu hohen Milchangebots in den Griff bekommen“, sagte die CSU-Politikerin am Freitag in München.
Sie appellierte an die Branche, in den Verträgen Laufzeit, Menge und Kaufpreis festzuschreiben. Bislang garantiere die Molkerei in der Regel die Abnahme der Milch, die Preise würden aber erst im Nachhinein festgesetzt. Dies führe gerade im Krisenfall dazu, dass Marktsignale zu spät wahrgenommen und dann Milchmengen erzeugt würden, die nicht zu vernünftigen Preisen zu verwerten seien.
Angesichts steigender Milchmengen in fast allen europäischen Ländern mahnte Kaniber zur Eile: „Wir brauchen jetzt sehr schnell solche freiwilligen Vereinbarungen, um Marktverwerfungen wirksam vorzubeugen.“ Wenn die Branche nicht rasch selbst aktiv werde, seien gesetzliche Vorgaben nach den neuen Möglichkeiten des EU-Rechts zu prüfen. Bayern werde bei der nächsten Agrarministerkonferenz Ende April in Münster einen entsprechenden Beschlussvorschlag einbringen.
kp