Mi., 14.09.2016 , 16:02 Uhr

NSU-Prozess: Zschäpe lehnt Antworten auf Fragen der Opfer ab

Die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe hat es am Mittwoch abgelehnt, Fragen von Opfer-Anwälten des «Nationalsozialistischen Untergrunds» im NSU-Prozess zu beantworten.

 

Beate Zschäpe möchte lieber schweigen. Und zwar nicht nur zu den zahlreichen Fragen der NSU-Opfer, sonder auch auf Fragen des vom Gericht bestellten psychiatrischen Gutachters, Henning Saß. Das ließ Zschäpe in einer Erklärung mitteilen, die ihr Verteidiger Mathias Grasel vor Gericht verlas.

 

Zschäpe überließ es in ihrer Erklärung allerdings dem Gericht, sich Fragen der Opfer zu eigen zu machen. In diesem Fall werde sie sie doch beantworten.

 

Die Anwälte der Angehörigen der Opfer hatten Zschäpe Anfang Juli Hunderte Fragen gestellt. Die Hauptangeklagte hatte ihr Schweigen im Dezember erstmals gebrochen und eine Aussage verlesen lassen. Seither antwortete sie auf Nachfragen des Gerichts, der Bundesanwaltschaft und eines Mitangeklagten – aber immer nur schriftlich und mit mehrwöchiger Verzögerung.

 

Zschäpe steht seit dreieinhalb Jahren vor Gericht. Die Bundesanwaltschaft wirft ihr Mittäterschaft an zehn Morden vor, die ihre beiden Freunde Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt überwiegend aus Fremdenhass verübt haben sollen. Neun der Opfer waren türkisch- oder griechischstämmige Zuwanderer. Zschäpe hatte mit Mundlos und Böhnhardt 13 Jahre unerkannt im Untergrund gelebt.

 

bn/dpa

beate zschäpe griechenland griechisch Gutachten Mathias Grasel NSU NSU-Prozess Opfer Prozess Schweigen Türkei türkisch uwe böhnhardt uwe mundlos

Das könnte Dich auch interessieren

26.02.2025 Ausbildungsstelle Mediengestalter/-in Bild & Ton (m/w/d) 14.02.2025 Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen zu Auto-Anschlag Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen zu dem Anschlag in München mit 37 Verletzten übernommen. Die Karlsruher Behörde erklärt das mit der besonderen Bedeutung des Falls und einem möglichen Angriff auf die freiheitliche demokratische Grundordnung.   Wegen der besonderen Bedeutung des Falls hat jetzt die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen zu dem Anschlag auf Demonstranten in München mit 14.02.2025 Anlaufstellen für Betroffene und Zeugen Nach dem Anschlag in München am Donnerstag, den 13. Februar 2025, stehen verschiedene Hilfsangebote für Opfer, Angehörige und Trauernde zur Verfügung: Nach dem tragischen Anschlag in München steht der Kriseninterventionsdienst RUF24 der Stiftung AKM bereit, um Betroffenen und lebensbedrohlich verletzten Menschen Unterstützung zu bieten. Das Krisentelefon ist 24-Stunden jederzeit erreichbar: 0157 733 11 110 Außerdem 24.07.2024 #werwirdwiesn 2024 bei #wirsindwiesn - Corinna Binzer macht's